München-Riem: Feyler und Schiener an der Spitze
Dass der bayrische Springnachwuchs auf hohem Niveau unterwegs ist, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Die wie gewohnt konstante Form bewiesen die jungen Talente auch in den ersten Wertungsprüfungen zur bayrischen Meisterschaft. Dabei gab es in allen Altersklassen kleine Überraschungen und den ein oder anderen Favoriten.
Zwei Herren an der Spitze
Los ging es am Vormittag für die Jungen Reiter (U21) mit einer Springprüfung der Klasse S*, in der sich 17 Paare auf die Starterliste eingetragen hatten. Eines der Paare hatte heute den richtigen Riecher für das Maß an Risiko, das in dieser Prüfung für den Sieg nötig war. Die Rede ist von Johan Feyler, der im Sattel seines routinierten 13-jährigen Campino RS allen davon galoppierte. Von Lisa Scheiper in den Sport gebracht übernahm Feyler Anfang 2021 die Zügel des Comme Il Faut Sohnes und wuchs mit ihm gemeinsam in die schwere Klasse. Mittlerweile kennt Feyler seinen Campino in und auswendig, sodass ein weiterer Sieg in der schweren Klasse längst überfällig war.
Als letzter Starter in die Bahn gekommen war der Deutsche Vize-Meister der Junioren aus dem vergangenen Jahr. An den Start brachte er seinen mittlerweile 15-jährigen Hannoveraner Ludwig, mit dem er sich erst vor wenigen Wochen in einem Springen über 1,50 m an dritter Stelle platzieren konnte. Somit reiste das Paar vom SRC Fünfseeland mit ordentlich Rückenwind nach München. An die Zeit von Feyler sollten sie jedoch trotzdem nicht herankommen. Rang zwei am Ende.
Hinter Renner reihte sich seine Vereinskollegin Mafalda Schröder ein. Die junge Amazone hatte in den vergangenen Jahren im Sattel ihres dunklen Carracio immer wieder auf sich aufmerksam gemacht und die schweren Klasse ist ihr schon lange nicht mehr fremd. Mit dem 17-jährigen Calido I – Sohn ritt Schröder eine beherzte erste Wertungsprüfung.
Obora’s Adrian heißt der zehn Jahre alte Wallach, den Berufsreiter-Tochter Emma Bachl an den Start brachte. Erst Anfang diesen Jahres übernahm Bachl die Zügel des Action-Breaker-Nachkommen. Zuletzt hatte die beiden in Budapest im Rahmen des CSIO 3* Turniers in einem 1,40 m Springen auf sich aufmerksam gemacht und knüpfen nun an diese Form an.
Hinter Emma Bachl auf Rang fünf reihten sich Marlene Jobst und Romeo ein, vor Ava Ferch, die für dieses Springen Tendresse de la Vie Z gesattelt hatte. Sie bewies mit der sicheren Nullrunde einmal mehr ihr Feingefühl im Parcours.
Die nächsten Medaillen im Blick
Vielleicht hätte man sich das ein oder andere Paar mehr gewünscht bei den Landesmeisterschaften der Ponyreiter. Doch die Leistung des Nachwuchses stellt das keineswegs in den Schatten. Die i14 Starterpaare waren dem Parcours gewachsen und verprachen eine spannende Meisterschaft.
Mitte 2025 nahm die bayrische Nachwuchsreiterin Ida Schiener Platz im Sattel der schick aufgemachten Ponystute Lorelei K, die sie auch an diesem Wochenende mit nach München brachte. Mit einem schnellen Nullfehler Ritt sicherten sie sich den Sieg in der heutigen 1. Wertungsprüfung über 1,10 m. Bereits im vergangenen Jahr konnte sich Schiener eine Medaille auf einem Championat sichern und mit dem Sieg am heutigen Tage setzte sie das erste Ausrufezeichen Richtung Medaillen. Knapp hinter Schiener reihte sich Josefa Mattusch auf Rang zwei ein. Sie setzte auf ihren treuen Partner DSP Castellionis Stardancer, der den Spitznamen „Mini“ trägt. Am vergangenen Wochenende noch bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften am Start gewesen, konzentriert sich das Paar nun auf die Landesmeisterschaften.
Und auch die dritt Platzierten aus der heutigen Wertung waren am vergangenen Wochenende im baden-württembergischen Güglingen am Start gewesen. Die Rede ist von Emma Göbel und ihrem Deutschen Reitpony Proud Flying Horse, mit dem sie 2023 in den Turniersport eingestiegen und bis heute zu einem feinen Paar herangereift ist. Auch auf Rang vier fand man in Bayern kein unbekanntes Pony. Hiroshima de Feyele heißt der neunjährige Schimmel, den Johanna Odilia Beutel vorstellte. In den Sport gebracht wurde das ehrgeizige Pony von Lena-Marie Kraus, die ihn in ihrer Ponyzeit förderte. Rang fünf ging mit dem schnellsten Vier-Fehler Ritt an Annika Kunert und den neunjährigen Del Piero-Sohn Del Mio.