München-Riem: Anne Unzeitig auf Platz fünf im Marathon der Einspänner-WM
Bei den Weltmeisterschaften der Einspänner ging es heute auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem für alle 85 Fahrer ins Gelände. Sieben Hindernisse, teilweise am Hang, durchs Wasser oder auch mit integriertem Biergarten mussten möglichst schnell durchfahren werden. Besonders gut aus deutscher Sicht gelang das Anne Unzeitig mit ihrem De Niro. Die beiden wurden Fünfte und rückten damit in der Einzelwertung auf Rang vier vor – die Medaillen sind somit noch in Reichweite. Das deutsche Team mit Anne Unzeitig mit De Niro, Ciara Schubert mit Lassila und Claudia Lauterbach mit Verano liegt nach Dressur und Marathon auch weiterhin auf Rang vier.
Anne Unzeitig war im Ziel des Marathons sehr begeistert: „Es hat so Spaß gemacht, ich habe wieder ein tolles Gefühl gehabt. De Niro und ich haben eigentlich jeden Plan so hinbekommen, wie wir es wollten.“ In Hindernis drei, dem Biergarten-Hindernis, gelang ihr sogar die Bestzeit aller Teilnehmer. In der Dressur hatten die beiden Platz zwölf belegt, jetzt haben sie sich auf Rang vier vorgearbeitet.
Auch für die deutsche Mannschaft war das ein wichtiges Ergebnis. Als erste deutsche Teamfahrerin war am Vormittag Ciara Schubert mit ihrer Schimmelstute Lassila gestartet. Sie lieferte zwar schnelle Zeiten ab, allerdings fielen bei ihr in Hindernis zwei, das Hindernis am Hang, gleich zwei Bälle und ein weiterer Ball kam in Hindernis sechs dazu, so dass sich sechs Strafpunkte auf ihr Ergebnis aufrechneten. Nach Dressur und Gelände liegt die Marathon-Spezialistin nun auf Rang 23. „Ich habe mir leider ein bisschen teure Fehler erlaubt, es hätte besser laufen können und war am Ende nicht das, was wir uns erhofft hatten“, sagte sie im Ziel.
Als dritte Teamfahrerin startete am Nachmittag Claudia Lauterbach, Ehefrau von Bundestrainer Dieter Lauterbach. Mit ihrem Verano belegte sie Platz 67 im Marathon. Nach Platz zehn in der Dressur fiel sie damit auf Rang 29 der Einzelwertung zurück. „Er ist halt eher Dressurpferd als Geländepferd“, sagte sie über ihren Verano. „Es war schon anspruchsvoll und ich bin froh, dass ich einigermaßen ohne große Patzer durchgekommen bin, der eine Ball war natürlich unnötig,“ so ihr Fazit.
Über die Medaillen wird am Sonntag im Kegelfahren entschieden. „Morgen müssen auf jeden Fall erstmal zwei Fahrerinnen Null fahren, das ist wichtig“, sagte Einspänner-Bundestrainer Dieter Lauterbach auf die Frage, was noch so möglich sei.
Der Sieg in der Geländeprüfung ging an den Schweizer und Titelverteidiger Mario Gandolfo, der mit Favela als elfter Starter schon früh die Führung übernommen hatte. In der Einzelwertung liegt allerdings weiterhin sein Schweizer Teamkollege und Dressursieger Stefan Ulrich mit Bombardier vorne (122,80 Punkte). Auf Rang zwei folgt Gandolfo (128,93), auf Rang drei die Niederländerin Cindy Benschop mit Liberty (130,68). Ganz knapp dahinter, so dass sich Cindy Benschop keinen einzigen Ball erlauben darf, folgt schon Anne Unzeitig (131.19).
Sehr gut zufrieden mit seinem achtjährigen Nachwuchspferd war Einzelfahrer Lars Krüger aus Grumbach. Mit DSP Fenne Lily, die im vergangenen Jahr noch Weltmeisterin der jungen Fahrpferde war, belegte er Platz 29 im Marathon. „Sie hat das für so ein junges Pferd super gemacht, sie war manchmal noch ein bisschen sehr beeindruckt, das hat man schon gemerkt, aber ansonsten alles super“, berichtete er.
Auch Christoph Dieker aus Gescher war sehr zufrieden mit seiner zehnjährigen Brandenburger-Stute Siebenstein. Er belegt bei seiner ersten WM – 14 Jahre nachdem er Weltmeister in Portugal geworden ist – nun Platz 44. Bei ihm kamen auf seine Hinderniszeiten noch fünf Strafpunkte dazu, da er im letzten Hindernis durch einen kleinen Rumpler mit der Kutsche seine Beifahrerin verloren hatte. „Ärgerlich, aber das Wichtigste ist, dass ihr nichts passiert ist, sie wollte in dem Moment gerade umgreifen“, erklärte er. Seine Beifahrerin und Ehefrau Nele Dieker landete auf den Füßen und konnte sofort wieder auf die Kutsche aufspringen.
Marie Tischer und ihr Fortino, die mit Platz sieben das beste deutsche Dressurergebnis geliefert hatten, rutschten nach dem Gelände auf Rang 63. Ebenfalls als Einzelfahrer am Start sind Martin Stötzer mit Elsaß und Jens Motteler mit Calida, die beiden belegen nach Dressur und Marathon nun die Plätze 40 und 55. (pm)