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von Mona-Sophie Wieland am Samstag, 26.09.2026 um 18:12

München erhält Zuschlag für deutsche Olympia-Bewerbung

Die Olympia-Bewerbung sieht für die Springreiter das Gelände von München-Riem vor.  /  © Dill

München hat das Rennen um die deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele gemacht. In Baden-Baden fiel heute die Entscheidung zugunsten der bayerischen Landeshauptstadt. München soll sich für die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Für den Pferdesport sieht das Konzept außergewöhnliche Schauplätze vor und setzt dabei in Teilen auf bekannte olympische Tradition. Besonders für die Reiter bietet die Münchner Bewerbung interessante Perspektiven: Dressur, Springen und Vielseitigkeit sollen an drei unterschiedlichen Standorten ausgetragen werden. Dabei reicht das Spektrum vom historischen Schlossensemble über eine etablierte Pferdesportanlage bis hin zum Englischen Garten.

Dressur vor Schloss Nymphenburg

Für die Dressur ist Schloss Nymphenburg als Austragungsort vorgesehen. Damit würde der Pferdesport erneut eine historische Verbindung zu den Olympischen Spielen in München herstellen. Bereits 1972 wurde hier um olympische Medaillen geritten. Damals schrieb Liselott Linsenhoff Sportgeschichte: Mit Piaff gewann sie als erste Frau olympisches Einzelgold in der Dressur. Der legendäre Hengst lebt im Namen des Piaff-Förderpreises bis heute fort. Nun könnte Nymphenburg erneut zur Kulisse für olympische Dressur werden. Anders als bei den Wettbewerben in Versailles, wo die Schlosskulisse ebenfalls eine zentrale Rolle spielte, sollen die Prüfungen in München unmittelbar vor dem Schlossportal stattfinden. Das verspricht eine besonders enge Verbindung zwischen Sport und historischem Ambiente.

Riem: Olympia trifft auf Pferdesport-Erfahrung

Für die Springreiter geht es nach München-Riem. Die dortige Anlage ist seit Jahren ein fester Bestandteil des bayerischen Pferdesports und verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen mit großen Veranstaltungen. Ein weiterer Pluspunkt des Standorts: In unmittelbarer Nähe befindet sich die Galopprennbahn. Damit ist Riem bereits stark durch pferdesportliche Infrastruktur geprägt. Auch eine Pferdeklinik ist schnell erreichbar. Für eine mögliche olympische Nutzung müsste deshalb offenbar nicht die komplette Infrastruktur neu geschaffen werden. Größere bauliche Maßnahmen wären nach dem derzeit bekannten Konzept vor allem im Bereich der Zuschauertribünen zu erwarten.

Vielseitigkeit mitten im Englischen Garten

Besonders spektakulär dürfte die Planung für die Vielseitigkeit ausfallen. Die Geländestrecke soll durch den Englischen Garten führen. Damit würde eine der traditionsreichsten Disziplinen des Reitsports unmittelbar in der Münchner Innenstadt stattfinden. Der Geländeritt würde also nicht auf einem eigens dafür errichteten Gelände am Stadtrand ausgetragen, sondern in einer der bekanntesten Grünanlagen der bayerischen Landeshauptstadt. Das Konzept folgt damit insgesamt einem Prinzip, das München auch für die übrigen Sportarten verfolgt: möglichst kurze Wege und die Nutzung vorhandener Anlagen sollen eine zentrale Rolle spielen.

München setzt sich gegen Rhein-Ruhr durch

Neben München war zuletzt vor allem die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region im Rennen. Hamburg hatte seine Bewerbung bereits nach einem Bürgerentscheid gegen die Austragung Olympischer Spiele zurückgezogen. Berlin schied ebenfalls aus, nachdem eine interne Bewertung die Hauptstadtbewerbung gegenüber den verbliebenen Konzepten aus München und Rhein-Ruhr schlechter eingestuft hatte. Im direkten Vergleich verfolgten München und Rhein-Ruhr unterschiedliche Ansätze. München setzte auf kompakte Strukturen und bereits vorhandene Sportstätten. Dazu gehören auch Anlagen, die noch auf die Olympischen Spiele von 1972 zurückgehen. Die Rhein-Ruhr-Bewerbung war dagegen stärker dezentral angelegt. Die Veranstalter wollten die zahlreichen Sportstätten der Region nutzen und damit Olympia auf mehrere Städte verteilen. Für den Reitsport war das CHIO-Gelände in Aachen als zentraler Austragungsort vorgesehen. Mit der Entscheidung in Baden-Baden ist nun klar: Deutschland geht mit München in die nächste Phase der Olympia-Bewerbung. Offen ist allerdings noch, wann die Spiele tatsächlich nach München kommen könnten. Die deutsche Bewerbung ist nicht auf ein einzelnes Jahr festgelegt. Im Gespräch sind die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Damit steht zunächst die Bewerberstadt fest. Welches dieser drei Jahre letztlich angestrebt beziehungsweise vergeben wird, bleibt abzuwarten.

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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