Balingen: Medaillenjagd bei den Süddeutschen Meisterschaften
An diesem Wochenende fand im baden-württembergischen Balingen erstmals die Süddeutsche Meisterschaft für Dressur-Junioren und Junge Reiter statt. Am Ende stand ein klares Fazit: Premiere mehr als geglückt und natürlich durften dabei für Bayern die Medaillen nicht fehlen.
Besonders gut lief es dabei in der Altersklasse der Junioren. Hier dominierte die bayerische Juniorenmeisterin Vivianne Mercker die erste Einzelentscheidung. Doch dabei gelang der Schülerin von Andrea Petit und Wiggerl Zierer nicht nur ein Sieg. Nein, die gefühlvolle Nachwuchsreiterin feierte zugleich einen starken Doppelsieg. Im Sattel ihrer routinierten Djamalla OLD punktete sie sich mit 73,2 Prozent zu einem überlegenen Sieg. Die Runde der beiden zeigte sich sehr sicher, wie aus einem Guss und mit Highlights in der ausdrucksstarken Trabtour. Direkt dahinter folgte der Stallkollege von Djamalla OLD, der siebenjährige Springbank-Nachkomme Hpnotiq (70,4 Prozent). Mercker kommt mit ihrem Nachwuchspferd immer besser zurecht und wusste auch mit dem Wallach besonders im Trab zu überzeugen. Insgesamt könnte sich Hpnotiq im Ganaschenwinkel noch mehr öffnen. Romy Weber folgte mit Fabelhaft (70,4 Prozent) auf Rang drei. Damit war Vivianne Mercker auch der Titel in der Süddeutschen Meisterschaft sicher. Auch in der Mannschaft sicherte sich das bayerische Junioren-Team mit Bronze eine Medaille. Dazu gehörten Vivianne Mercker mit Djamalla OLD, Lena Brunner mit DSP Quick Step und Noraya Reichert mit Bravefire. Die beiden Letzteren kassierten am ersten Tag noch ein paar kleinere, aber teure Fehler. Baden-Württemberg sicherte sich hier sowohl Gold als auch Silber. Am Finaltag stand dann im großen Finale die Kür und im kleinen Finale eine Junioren-Aufgabe an. Vivianne Mercker fügte mit Bronze in der Junioren-Kür noch eine weitere Medaille zu ihrer Medaillensammlung hinzu. Dabei zeigte sich auf dem Podest ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei sich Romy Weber am Ende mit 74,6 Prozent knapp gegen Ava Lia Rodloff mit Da Rubio (74,4 Prozent) und Vivianne Mercker mit Djamalla OLD (74,3 Prozent) durchsetzte. Das war also für Vivianne Mercker ein hocherfolgreiches Wochenende! Auch im kleinen Finale sicherte sich der Freistaat Rang drei. Lena Brunner legte mit ihrem sicheren DSP Quick Step im Vergleich zum ersten Tag noch eine gewaltige Schippe obendrauf und zeigte sich konzentrierter. Der Lohn: Rang drei mit 69,2 Prozent. Der Sieg ging in dieser Prüfung an Laura Schreckenberger mit Kingston (70,1 Prozent) vor Ava Lia Rodloff mit Ibkarom (69,4 Prozent).
Helena Moosreiner überzeugt bei den Jungen Reitern
Ein besonders stark besetztes Feld zeigte sich bei den Jungen Reitern. Hier verpasste Bayern in der ersten Einzelwertung zwar eine Medaille, zeigte aber eine geschlossene Mannschaftsleistung. Beste Bayerin wurde Pauline Strunz mit ihrer sympathischen Fame on me. Die beiden reihten sich mit einer sicheren Runde in der ersten S-Dressur auf Rang sechs ein (69,9 Prozent). Auch Helena Moosreiner schaffte es in die Platzierung. Noch von ihren jüngsten Erfolgen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften (Platz fünf in der Gesamtwertung) frisch beflügelt, reiste Helena Moosreiner zu den Süddeutschen Meisterschaften nach Balingen. Dort setzte sie nicht auf ihren routinierten Partner der Deutschen Jugendmeisterschaften, Vitali. Nein, vielmehr setzte sie ihre vielversprechende, achtjährige Stute First Love ein. Die beiden reihten sich auf Rang acht ein (69,2 Prozent). Rang drei schien dem bayerischen Nachwuchs an diesem Wochenende zu gefallen. So landete das Junge Reiter Team, bestehend aus Hanna de la Fontaine mit Theoderich, Helena Moosreiner mit First Love, Angelina Sessler mit Selected und Pauline Strunz mit Fame on me, in der Mannschaftswertung auf dem Bronzerang hinter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Am Finaltag ritten Pauline Strunz und Helena Moosreiner im großen Finale mit den Plätzen sieben und zehn in die Top10. Im kleinen Finale freute sich Hanna de la Fontaine mit Theoderich und 67,2 Prozent über Rang sechs.
Der Ruf nach Wiederholung
Turnierbegründerin Nicole Porsch aus Stuttgart und ihr Team erhielten von allen Seiten großes Lob für ihre empathische Turnierorganisation, bei der sie viel Wert auf Details und auf Teamgeist der Akteure aus allen Landesverbänden legt. Im Rahmenprogramm fand am Abend vor einem Empfang und einem Meisterschafts-Dinner ein öffentliches Masterclass-Training mit Olympiasiegerin Heike Kemmer statt, die in Balingen auch als Wertungsrichterin fungierte. Beim Dinner kam es zum „Promi“-Treffen von Heike Kemmer und Martin Schaudt; sie gehörten 2004 beide gemeinsam dem Olympiateam an.
Bei einem Empfang am Abend appellierte Nicole Porsch, die als Jugendliche selbst in der Landesspitze ritt, an Vertreter anderer Landesverbände, „den Staffelstab weiterzutragen“, also im nächsten Jahr Süddeutsche Meisterschaften zu veranstalten. Sie schloss aber auch nicht aus, dass Balingen in Baden-Württemberg ein fester Standort werden könnte. Der Ruf nach Wiederholung war jedenfalls nicht zu überhören.
Fotos von den ersten Süddeutschen Jugendmeisterschaften von Doris Matthaes auf www.reiterjournal-fotoshop.de