Ising Derby Stars von Morgen: Ein Ponyhengst zeigt’s den „Großen“
Das große Dressurturnier auf Gut Ising ist in vollem Gang. Erste Prüfung am heutigen Tag war die Einlaufprüfung zum Finale Süd der Renommier-Serie Derby Stars von Morgen. Leider gingen in dieser Intermediaire II nur sieben Paare an den Start. Warum, konnte sich eigentlich keiner erklären. Schließlich ist die Serie geradezu perfekt zugeschnitten auf Nachwuchsreiter beziehungsweise junge Pferde. Ziel der Serie war und ist es von Beginn an, begabte U25-Nachwuchsreiter und talentierte junge Pferde im Alter von acht bis zwölf Jahren gleichermaßen in der Dressur zu fördern und ihnen die Perspektive in den Grand-Prix-Sport zu eröffnen.
Ob es am neuen Modus liegt, weiß niemand, Ratlosigkeit herrscht allenthalben. Seit dieser Saison nämlich gibt es zwei Finals: Zum einen das Finale Süd, das nun beim Turnier auf Gut Ising ansteht, und zum anderen das Finale Nord im Rahmen des Agravis Cups Anfang Januar kommenden Jahres in Münster. Dafür gab es in diesem Jahr kein Halbfinale.
Für das Finale konnten sich die Reiter in den Qualifikationsprüfungen im jeweiligen Gebiet qualifizieren. Dabei musste jeder Aktive an zwei oder mehr Qualifikationsstationen mindestens 65 Prozent erreichen. Hatten sie sich jeweils bei einer Nord- und einer Süd-Station qualifiziert, durften sie aussuchen, welches Finale sie gerne reiten wollten.
Heute jedenfalls war das Starterfeld zwar überschaubar, dafür aber umso exquisiter. An die Spitze setzte sich dabei eine junge Dame aus Baden-Württemberg: Ann-Cathrin Rieg vom RC Badhof-Bad Boll hatte ihren bewegungsstarken Ponyhengst Steendieks Derrick mit nach Oberbayern gebracht und zeigte den „Großen“ wieder einmal, wie es gehen kann. Die 26-Jährige und ihr Vierbeiner traten als Letzte an und rollten das Feld von hinten auf. Mit beeindruckenden Verstärkungen, präzise ausgeführten Serienwechseln und einer Energie geladenen Piaffe-Passage-Tour tanzten die beiden zu knapp 74 Prozent, da kam keiner mehr heran.
Nicht hundertprozentig glücklich zeigte sich Franz Trischberger über seine Vorstellung mit seiner zehnjährigen Henriettenhof’s Kinshasa OLD. „Der Schritt hätte noch ein bisschen besser sein können.“ Doch das war tatsächlich Kritik auf sehr hohem Niveau, schließlich vergaben die Richter für das Paar deutlich über 72 Prozent – das war Rang zwei. „Die Serie Derby Stars von Morgen ist für mich perfekt, um als Profi junge Pferde in den Grand-Prix-Sport zu bringen oder als Nachwuchsreiter in diese Klasse hineinzuschnuppern; ich verstehe nicht, warum hier im Finale so wenige Reiter antreten“, so der Ausbilder vom Reitsportzentrum München. Dritter im Bunde wurde in Ising Rudolf Widmann, der seinen Oldenburger Romantic Prinz OLD mit viel Power und tollen Höhepunkten vorstellte. Der Chefbereiter des Gestüts Ammerland startet für die RA München.