München-Riem: Jessica von Bredow-Werndl war das Maß der Dinge
Wenn das kein illustres Starterfeld war: Deutschlands Championatskader war heute - mit Ausnahme von Sönke Rothenberger -komplett vertreten, als es bei Pferd International München auf der Olympia-Reitanlage um Siege und Platzierungen - und letztlich auch um das Ticket nach Tokio ging. Im CDI4* Grand Prix bewies Jessica von Bredow-Werndl aus dem oberbayerischen Aubenhausen wieder einmal, dass sie Nerven wie Drahtseile hat. Die junge Frau ließ ihre mittlerweile 14-jährige Trakehnerin TSF Dalera BB durchs Viereck tanzen, spulte eine Lektion nach der anderen mit absoluter Leichtigkeit herunter und kassierten von allen Richtern die höchste Punktezahl: Satte 81,609 Prozent waren e schließlich.Die silberne Schleife ging an Showtime FRH unter Dorothee Schneider. Die Frankfurter Pferdewirtschaftsmeisterin, die seit ihrem Unfall mit Schlüsselbeinbruch vor wenigen Wochen erstmals wieder an den Start ging zeigte, dass sie und Wallach, ebenfalls nach einer längeren Pause wieder aktiv, nichts verlernt haben. Dritte auf dem Stockerl wurde Isabell Werth mit DSP Quantaz, ihrer ganz großen Nachwuchshoffnung im Besitz der Familie Max-Theurer. Huberttus Schmidt (RV Altenautal) und Escolar lagen auf Rang vier.Jessica von Bredow-Werndl hatte heute gleich doppelten Grund zur Freude: Schon am Nachmittag gelang der 35-Jährigen im CDI3* Special ein wegweisender Erfolg: Mit dem zwölfjährigen Ferdinand BB setzte sie sich bei dessen zweiten Auftritt bei einem CDI in seinem ersten internationalen Grand Prix Special gleich an die Spitze. "Wir hatten kleine Patzer in den Zweierwechseln, aber ich kam viel besser zum Reiten als gestern", zog eine glückliche Jessica von Bredow-Werndl Bilanz. "Da ist noch Luft nach oben, vor allem, wenn er noch mehr Kraft und Routine hat."
Zweite wurde die Niederländerin Dinja van Liere mit der neunjährigen KWPN-Stute Haute Couture, gefolgt von Timna Zach aus Österreich im Sattel des ebenfalls in den Niederlanden gezogenen Farant. Vierter wurde Matthias Bouten (RA München) mit Meggle's Boston, gefolgt von Ferdinand Csaki, ebenfalls München auf Stevie Wonder M und der für Österreich startenden Münchnerin Renate Voglsang mit dem von Herrmann Vodermair gezogenen Bayernwallach Fürst Ferdinand zur Fasanenhöhe.Elf Paare treten bei der Louisdor-Preis Qualifikation in der Intermédiaire II an. Die höchste Bewertung erzielte Total Hope unter Isabel Freese aus dem Oldenburger Münsterland. Der Rappe hat mit Totilas und Weihegold berühmte Eltern und zeigte heute in München seine Qualität. Er verwies Fabienne Müller-Lütkemeier aus Paderborn mit Valencia As auf Rang zwei, gefolgt von Isabell Werth aus Rheinberg und Superb.In der CDI1* Intermediaire I holte sich in der Früh die Niederländerin Dinja va Liere mit Independent Little Me die goldene Schleife, Silber ging an den Frankfurter Matthias Alexander Rath mit Thiago GS. Eine absolute Glanzleistung gelang Alina Kaltstein. Die junge Auszubildende zur Pferdewirtin lotste den ihr von Familie Nagl zur Verfügung gestellten Hengst United Europ auf Platz drei. (ms)