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Donnerstag, 28.12.2023 um 08:00

Unser Teilnehmer beim World Cup Finale Pony: Rafael Reichart-Eisenhardt

Sie sind eine echte Reiterfamilie. | Foto: Stolz  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes
Die Brüder sind die Shootingstars im bayerischen Ponysport: Rafael und Edgar Reichart-Eisenhardt. BAYERNS PFERDE hat die beiden besucht.

Wenn Rafael Reichart-Eisenhardt an seine ersten Kontakte zu Pferden zurückdenkt, dann sah das damals nicht unbedingt nach einer unkomplizierten Beziehung zu den Tieren aus. Der geborene Münchner hatte nämlich eine starke Pferdeallergie. „Meine große Schwester Carolin ist geritten und das wollte ich unbedingt auch“, erzählt der Schüler, der die achte Klasse der internationalen Schule in München besucht. Also nahm sich die Mama, Annette Eisenhardt, ein Herz und brachte den Sohn in massiven Kontakt mit Pferdehaaren. „Das nennt sich aktive Desensibilisierung und hat bei Rafael absolut angeschlagen“, erzählt die promovierte Althistorikerin.

Sohn Rafael jedenfalls war bald kuriert, schon innerhalb von vier Wochen wies er keine Symptome mehr auf und konnte problemlos in den Pferdestall marschieren. Und das tat der junge Mann, damals erst neun Jahre alt, auch mit Begeisterung. Auf dem Dürrberghof, ganz in der Nähe von Berg, wo die Eisenhardts als Patchwork-Familie mit insgesamt acht Kindern leben, gab es die ersten Longenstunden von der Mama, die früher selbst bis M-Dressur erfolgreich war. „Wir haben auf Jolly, unserem ersten Pony, angefangen und sie hat meinen Bruder Edgar und mich oft abgeworfen oder ist mit uns durchgegangen“, erinnert sich Rafael Reichart-Eisenhardt noch gut an die etwas holprigen Anfänge.

Doch das tat der Begeisterung der beiden Buben keinen Abbruch und so ging es mit der etwas größeren Ponystute Tiffy weiter. Auf dem Rücken des 19-jährigen Vierbeiners gewannen die beiden ihre ersten Führzügelklassen und wagten sich bald schon in erste Springprüfungen, doch auch hier sollte es nicht ganz reibungslos vonstattengehen. „Einmal ist Tiffy nach dem zweiten Sprung einfach stehengeblieben und hat zu grasen begonnen“, grinst Edgar Reichart-Eisenhardt. Längst hatte den heute Elfjährigen die Pferdepassion ebenso gepackt wie seinen Bruder, was durchaus im Sinne von Mama Annette war. „Bei so vielen Kindern ist es zeitlich nicht zu schaffen, sie alle zu verschiedenen Hobbys zu fahren.“

Als die Söhne dann schließlich zu groß für Tiffy wurden, durfte diese zu einem Kind mit Behinderungen ziehen, wo sie heute noch brav ihre Runden dreht. Und für Edgar und Rafael ging es weiter. Die beiden hatten mittlerweile richtig Lust am Springsport gefunden, „heizten“ allerdings mit Pony Monti so durch den Parcours, dass die Mutter jedesmal Schweißausbrüche bekam, wenn die Söhne im Sattel saßen. „Das konnte nicht so weitergehen. Ich wollte, dass Rafi und Edi erst einmal die Grundlagen in der Dressur lernen sollten“, beschloss diese und wechselte auf den Waldhauser Hof in Sauerlach, dort, wo Pferdewirtschaftsmeister Uwe Schwanz nicht nur für eine solide Ausbildung im Viereck steht, sondern auch noch erfolgreich im Springsattel unterwegs ist.

„Uwe ist mein großes Vorbild“, sagt Rafael Reichart-Eisenhardt auch heute noch. Schließlich sitzt der junge Mann inzwischen ebenfalls recht erfolgreich sowohl im Spring- als auch im Dressursattel. „Mir macht beides gleich viel Spaß“, erzählt der Schüler, der an sechs Tagen in der Woche reitet. Auch der Bruder ist in beiden Disziplinen auf Erfolgskurs und auch er will sich nicht spezialisieren. „Die Mädchen finden es cool, wenn wir Dressur reiten“, schmunzelt der junge Mann.

Gemeinsam mit Tante Evi Eisenhardt, der international bekannten Olympia-Richterin, ging die Familie dann in den letzten zwei Jahren auf Pony-Einkaufstour. Und so sind es sechs kleine Vierbeiner: Rafael Reichart-Eisenhardt reitet Oliver Twist, Mr. Magic und Ennistymon Princess, während der Bruder auf Pia, Delta Love und Sir Jackson sitzt. Die Tante war aber nicht nur Beraterin in Sachen Ponykauf, sie steht den Neffen auch mit Rat und Tat bei, wenn es um deren Auftritte im Viereck geht. „Wir schicken ihr die Ritte per Video und dann darf sie richten“, lacht Annette Eisenhardt.

Die Erfolge jedenfalls ließen nicht lange auf sich warten. Nach diversen Anfangsschwierigkeiten, in den sich die Kinder mit den Ponys erst einmal zusammenraufen mussten, starteten die beiden dann ganz schön durch. Während für Rafael der größte Erfolg sein M*-Sieg beim Landesponyturnier in Straubing war und er einen Tag später auch noch seine erste FEI-Ponydressur gewann, ist Edgar vor allem stolz auf Platzierungen bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften.

Nächster Start ist beim World Cup Finale in Mechelen, wofür sich Rafael Reichart-Eisenhardt als bester Deutscher und erster bayerischer Ponyreiter qualifiziert hat. Als Fahrerin fungiert wie immer die Mama. Und die Söhne sind ihr dankbar: „Mama ist der beste Turniertrottel der Welt.“ Da kann man sich als Mutter schon was drauf einbilden. (ms)

 

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