Neumünster: Platz vier für Raphael Netz und Great Escape Camelot
Der Weltcup biegt auf die Zielgerade ein. Am Wochenende können die Dressurreiter bei der vorletzten Qualifikation in den Holstenhallen von Neumünster noch einmal Punkte sammeln. Auch Raphael Netz ist mit seinem elfjährigen Great Escape Camelot in den Norden gereist und sicherte sich zum Auftakt einen starken vierten Platz.
Der Prüfungsauftakt zeigte sich nicht ganz optimal. Der KWPN-Wallach konnte die Prüfung nicht nur nicht erwarten und stand nicht still, sondern trat auch zurück. Im Durchschnitt gab es eine 4,1 für die Grußaufstellung. Danach galt es also Punkte aufzuholen. Mit fließenden und gut kreuzenden Trabtraversalen sowie einem vorbildlichen Rückwärtsrichten sammelten die beiden schon die ersten wichtigen Punkte. Hinzu kamen energisch abfußende Passagen, fehlerfreie Serienwechsel und zentrierte Galopppirouetten. Auch die Piaffen zeigten sich weiter verbessert und schon gut auf der Stelle, wenn auch noch nicht immer mit optimaler Lastaufnahme. Im Vergleich zu den letzten Auftritten überzeugte Great Escape Camelot in den Trabverstärkung noch einmal mehr. So zeigte sich der starke Trab nicht mehr allzu laufend und eilig. Gleiches gilt für den Schritt. Die beiden steigern sich eben von Prüfung zu Prüfung. Im heutigen Grand Prix wurde es mit 72,7 Prozent Platz vier.
Und was soll man sagen, es hätte auch für ein paar Plätze weiter vorn gereicht. Denn an der Spitze wurde es wahrlich eng. Nur 7,5 Punkte treten die ersten vier Paare. „Es war nicht einfach heute einen Sieger zu finden,” beschrieb Chefrichter Henning Lehrmann die knappe Entscheidung zwischen den ersten vier Paaren. „Insgesamt hatten wir viele gute Teilnehmer, und es war ein solides Niveau. Das kann man an den Ergebnissen sehen. Es war nicht so einfach, einen klaren Spitzenreiter zu finden, weil jeder einen anderen Sieger hatte. Aber wenn man viele Reiter hat, die um die 73% liegen, dann ist der Standard natürlich gut“, erläuterte Lehrmann. Am Ende setzte sich die Holländerin Emmelie Scholtens mit Indian Rock (73,4 Prozent) durch. Der Apache-Sohn beeindruckte durch aufwändiges Abfußen und hohe Fähigkeit zur Lastaufnahme, womit er in den Pirouetten punkten konnte. Zu den weiteren Highlights zählten die gut nach vorne gesprungenen Serienwechsel. In den Piaffen schiebt sich der Hengst teilweise zu sehr zusammen, wodurch ein gleichmäßiges Abfußen nicht immer erhalten werden kann. Knapp geschlagen und dennoch mit einem neuen Personal Best zeigte sich die Belgierin Larissa Pauluis, die sich im Sattel von Flambeau über Platz zwei freuen durfte. Matthias Alexander Rath wurde mit Destacado bester Deutscher und reihte sich mit 73,2 Prozent auf Platz drei vor Patrik Kittel mit Forever Young (73,1 Prozent ein.
Vom Dressurviereck ging es sofort in den Springparcours und dort gab es auch schon einen bayerischen Erfolg zu feiern. Michael Viehweg lieferte im internationalen Eröffnungsspringen über 1,45 Meter mit Quait Fox eine tadellose Nullrunde und reihte sich auf Platz sechs ein (57,65 Sekunden). Der Sieg ging an Patrick Bölle mit Susanne (54,94 Sekunden) vor Daniel Lahmann mit Monty Python de l’Amitie (56,11 Sekunden) und Mathies Rüder mit For Freedom EKT (56,61 Sekunden). Neben der Weltcup-Qualifikation für die Dressurreiter bildet das Finale der BEMER Riders Tour in Neumünster ein echtes Highlight. Michael Viehweg rangiert hier im Gesamtranking auf Platz drei. Die Führung nimmt Hans-Dieter Dreher ein. Also heißt es am morgigen Finaltag sowohl für Raphael Netz als auch Michael Viehweg Daumen drücken!