Neumünster: Personal Best für Raphael Netz
Der Weltcup macht an diesem Wochenende in der berühmten Holstenhalle von Neumünster Halt. Keine einfache Halle – doch besonders Raphael Netz und Great Escape Camelot scheinen die Halle zu mögen. Die beiden liefen im wahrsten Sinne des Wortes zu Bestform auf und durften sich über ein neues Personal Best freuen.
Der Bayer führt aktuell im Gesamtranking und hat seine Punkte fürs Finale schon gesammelt. Während Raphael Netz das Weltcup-Finale in Texas fest im Blick hat, möchte er mit Great Escape Camelot weiter Routine sammeln. Gleich zum Auftakt der Prüfung punkteten die beiden mit weit kreuzenden Trabtraversalen sowie energisch abfußenden Passagen. Die Piaffen gelangen für seine Verhältnisse relativ gleichmäßig und vor allem klar am Punkt. Einen kleinen Haker gab es in einer Passage, als der 15-jährige Wallach kurz den Takt verlor. Im Galopp sind heute besonders die in puncto Durchsprung deutlich verbesserten Galopppirouetten hervorzuheben. Auch die Serienwechsel gelangen fehlerfrei. Alles in allem brillierten die beiden einmal mehr hinsichtlich durchgängig gutem Seitenbild und vorbildlicher Harmonie. Der Lohn: 73,5 Prozent, was sowohl ein neues Personal Best als auch Rang drei bedeutete.
Apropos Harmonie: An der Spitze verdeutlichte Justin Verboomen einmal mehr, wie Dressur heute aussehen sollte. Dieses Mal saß der Europameister aber nicht im Sattel seines Spitzenpferdes Zonik Plus. Nein, er stellte den elfjährigen Oldenburger Djembe de Hus OLD vor. Der Fuchswallach ist noch etwas grün hinter den Ohren. Doch Justin Verboomen wusste den Wallach bestens, gar mit scheinbar unsichtbaren Hilfen, zu „unterstützen“. Highlights bot die Runde der beiden viele. Dabei sind unter anderem die ausdrucksvollen und gleichmäßigen Piaffen und Passagen, die kleinsten Galopppirouetten und die sicheren Serienwechsel hervorzuheben. Besonders bei letzterem, dem Galopp, verfügt Djembe de Hus OLD nicht über die letzte Grundqualität. Das machen die beiden aber mit höchster Harmonie wett. Verboomen führte den Weltcup-Grand Prix mit 76,8 Prozent vor seiner Teamkollegin Larissa Pauluis mit Flambeau (74,1 Prozent) an. Moritz Treffinger reihte sich mit Fiderdance als zweitbester Deutscher auf Rang fünf (71,3 Prozent) ein.