Hagen: Michael Viehweg siegt zum Auftakt
Olà – so heißt es in diesen Tagen bei Horses and Dreams in Hagen auf dem Hof Kasselmann. Das Gastland ist in diesem Jahr nämlich Portugal. Aber natürlich finden sich bei Deutschlands ersten großen Freilandturnier in diesem Jahr noch viele weitere Nationen. Unter den unzähligen großen Namen konnte Bayern schon kräftig vorne mitmischen.
Allen voran war mal wieder Michael Viehweg nicht zu bremsen. Im Einlaufspringen der CSI3*-Tour sprang der Drittplatzierte der vergangenen BEMER Riders Tour zugleich zum Sieg. Dabei lieferte er mit Quait Fox im Zweiphasen-Springen über 1,40 Meter in beiden Phasen zwei tadellose Nullrunden. Oben drauf stoppte die Uhr bei einer Spitzenzeit von 25,88 Sekunden, die keiner der restlichen Reiter schlagen konnte. Patrick Bölle war Michael Viehweg mit Caramba de Janeiro noch am dichtesten auf den Fersen und reihte sich mit einer Zeit von 26,62 Sekunden auf Platz zwei ein. Auf den Plätzen drei und vier folgten Alexa Stais mit Coleccini (26,98 Sekunden) und Richard Vogel mit Adje (27,54 Sekunden). Michael Viehweg hatte noch ein zweites Eisen im Feuer. Mit seinem routinierten Erfolgspartner Contario nahm er in diesem Springen noch nicht volles Risiko und durfte sich mit fehlerfreien Runden in den beiden Phasen über Platz 16 freuen (30,47 Sekunden).
Besonderes Zeichen in der Dressur
Auch auf dem Dressurviereck durften bayerische Schleifen gefeiert werden. Lisa Müller ritt mit Gut Wettlkam’s D’Avie FRH sowohl im Grand Prix als auch im Grand Prix Special der CDI3*- Tour auf Platz sechs. Dabei „knabberten“ die beiden an der 70-Prozentmarke und punkteten besonders mit fließenden Seitengängen, ausdrucksvollen Verstärkungen, einer losgelassenen Schritttour mit viel Übertritt sowie fehlerfreien und sicheren Serienwechseln. Demgegenüber gelang im Grand Prix das Angaloppieren nicht spannungsfrei und in beiden Prüfungen zeigten sich die Piaff-Passage-Touren teilweise nicht ganz gleichmäßig. Die Siege dieser Tour gingen beide Male nach Großbritannien, genauer gesagt an Charlotte Dujardin mit ihrer vielversprechenden Stute Alice and Kicking. Im Grand Prix belohnten sie die Richter mit 74,8 Prozent und im Grand Prix Special standen 74,1 Prozent auf der Anzeigetafel. Auch das an zweiter Stelle platzierte Pferd kennt Dujardin nur zu gut: Carl Hester’s Olympiapferd von Tokio, En Vogue, welcher der Britin gehört.
Das Hagener Veranstaltungsteam hat sich auch einmal mehr etwas besonderes überlegt: So fahren die drei bestplatzierten Reiter in der Siegerehrung mit dem Auto in die Bahn. Statt aufgeregten und genervten Pferden gibt es für die Zuschauer sehr interessante Interviews mit den Spitzenreitern. Ein tolle Idee in Hinsicht Tierwohl und Vermittlung des Reitsports an die Öffentlichkeit.