Valentin: Der „spritzige“ Riese
Auf dem Reitpferdeviereck sind die ersten Championatsentscheidungen gefallen. Bei hochsommerlichen Temperaturen ging das Finale der vierjährigen Stuten und Wallache über die Bühne, und da die Bedingungen gänzlich anders waren als bei der "Wasserschlacht" während der Qualifikation am Mittwoch, war die Reihenfolge auch - wie zu erwarten war - eine deutlich andere. Das waren sicherlich unschöne und teils ungleiche Bedingungen, aber letztlich höhere Gewalt. Festzuhalten ist: Insgesamt war die Qualifikation der vierjährigen Stuten und Wallache mit 30 Startern so stark besetzt wie schon lange nicht mehr. Und mittendrin: Valentin (v. Vitalis – Don Schufro, Z.: Dr. Jutta Steidl) unter dem Sattel von Johanna Wadenspanner. Alleine schon die Finalteilnahme ist ein riesiger Erfolg und im Finale zeigte sich Valentin erneut einfach konstant und super reell. Mit einer Endnote von 7,9 reihte er sich im stark besetzten Finalfeld auf Rang sieben ein.
„Walter hat ihn als Fohlen bei Jutta Steidl auf der Weide entdeckt. Valentin hat ihn direkt voll und ganz überzeugt“, beschreibt Johanna Wadenspanner, die Valentin Anfang des Jahres von ihrem Ehemann übernommen hat. Dabei „funkte“ es zwischen Johanna Wadenspanner und Valentin sofort. „Er war schon immer super unkompliziert und brav“, erläutert Johanna Wadenspanner und fügt hinzu: „Dennoch ist er keine Schlaftablette. Er ist zwar riesig, aber dennoch immer spritzig, einfach ein richtiger Sportler“. Also ist Valentin ein sanfter Riese. Auch, wenn es für die beiden heute nicht bis ganz nach vorne reichte, Valentin besitzt sehr viel Potenzial und man darf sich sicher sein, dass seine wirklichen Stärken bei höheren Aufgaben erst so richtig zum Vorschein kommen.
Am Ende stand der Tetenreiter der ersten Gruppe ganz vorn, nämlich Hermann Burger, Chefbereiter im Stall Ramsbrock, auf London Eye 6 (v. La Vie-De Kooning-Weltmeyer-Abajo xx-Lungau-Fürst Ferdinand-Abhang I, Hann. Stamm 805/Dodica bzw. Schmugglerin). Die schwarzbraune Hannoveraner Stute zeigte eine in jeder Hinsicht saubere, souveräne Vorstellung, taktbeherrscht mit großen Stärken, die am Ende mit 9,0 (Galoppnote 9,5) honoriert wurde und von keine anderen Pferd überbten wurde. Im Starkregen der Qualifikation waren sie Vierte gewesen und strahlte nun mit der Warendorfer Sonne um die Wette. Und London Eyes Züchterin Kathrin Wassmann wohnt nicht nur in Badbergen, dem alten Celler bzw. Osnabrücker Deckstationsort, auch der Stutenstamm von London Eye ist seit weit über 130 Jahren dieser artländischen Station zuzuordnen. Vizechampion wurde Snickers (v. Secret – Carabas, Z.: Erwin Feichtenbeiner) unter dem Sattel von Carina Harnisch.