Bundeschampionate Fahren in Moritzburg: Wenn Bayern feiern…
Traditionell fällt am Samstag in Moritzburg stets die erste Championatsentscheidung: Das Bundeschampionat der vier- und fünfjährigen Fahrponys wurde in diesem Jahr – wie schon etliche Male zuvor – dominiert durch die weit über Deutschlands Grenzen bekannte bayerische Fahrerin Kathrin Karosser (Pferdefreunde Leitzachtal, Sitz Hundham), die mit ihren vierjährigen Edelbluthaflingern Marie Luise SCH (v. Starino I-Nakuri, Z.: Johann Schmid) und Schamu M (v. Stano II-Nantano, Z. u. B.: Birgit u. Robert Müller) schon die Qualifikation doppelt gewonnen hatte und auch nun im Finale einen Doppelsieg herausfuhr, wobei sich die Ponys untereinander abwechselten. Neuer Bundeschampion der jüngeren Fahrponys ist somit der Hengst Schamu M, der das Finale eröffnet hatte, vor seiner Stallkollegin Marie Luise SCH. Fremdfahrer war in diesem Jahr mal wieder Christian Koller, Obersattelmeister im NRW-Landgestüt Warendorf, der nicht nur excellent fuhr, sondern die Ponys auch launig und fachmännisch hochklassig kommentierte: „Ich komme immer sehr gerne nach Moritzburg!“, ließ er das Publikum wissen. Bezüglich Schamu M: „Eine Klasse für sich, das Pony lässt sich stellen, links wie rechts und ist toll ausgebildet! 9,5!“ Beim Fremdfahrertest von Marie Luise SCH paradierte er an der Tribüne vorbei und rief begeistert ins Publikum: „Haben wir keine Bayern hier?“ Großer Applaus folgte, und Koller ließ seiner Freude freien Lauf: „Großes Kompliment an Kathrin Karosser. Eine Freude, diese Pferde fahren zu dürfen. 9,8!“ Für Kathrin Karosser war es der insgesamt elfte Titel bei Bundeschampionaten des Deutschen Fahrpferdes, der vom Publikum gebührend gefeiert wurde Auf dem dritten Platz rangierte die bayerische Ponystute Maxima WS (v. Camino-FS-Dancing Boy) mit der nicht alltäglichen Konstellation, dass Züchter, Besitzer und Fahrer Wolfgang Scholz (Pferdefreunde Rennbahn Pfarrkirchen) war. Vierter wurde der in Südniedersachsen beheimatete Dr. Florian Grober (RFV. Bad Gandersheim) mit dem vom Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover registrierten Deutschen Classic Pony Jay Fire von Clus (v. Jaybee von Clus-Janjo Boy vom Schedetal, Z.: Ralf Grober). Das ehrgeizige kleine Pony erhielt die Fremdfahrernote 9,4. Koller konstatierte: „Top ausgebildet, man kann ihn mit einer Hand fahren!“ Der fünfte Platz ging erneut an einen Edelbluthaflinger aus Bayern, und zwar die fünfjährige Oana (v. Salvator-Waldgeist, Z.: Winfried Winter) mit dem aus Brandenburg stammenden Holger Mercier (PSV Friedland e. V.). Den Reigen der Finalsten komplettierte Wiebke Röper (ZRFV. Mastholte) mit dem fünfjährigen rheinischen Fuchswallach New Magic 5 (alias Numa IT; v. Numero Uno-Dating AT, Z.: Ingrid Thissen), die sich aus dem „Kleinen Finale“ für die Entscheidung qualifiziert hatten.
Blonde Besonderheiten
Seit etlichen Jahren ist Moritzburg auch Austragungsort der Edelbluthaflinger Trophy, und hier zeigte Kathrin Karosser einmal mehr, dass sie nicht nur auf dem Kutschbock, sondern auch im Sattel eine überaus gute Figur macht. Mit der Traumnote 9,2 siegte sie bei den Dreijährigen, frenetisch bejubelt von den bayerischen Fans, mit dem Edelbluthaflingerhengst Maverick JL (v. Manu-Verino, Z.: Josef Lechner). Bei den vierjährigen ging der Sieg (8,4) ebenfalls an einen Vertreter aus der bayerischen Edelbluthaflingerzucht, nämlich an Seppi (v. Sacre Coeur-Amani Ass, Z.: Claudia Koch), präsentiert von Loana Frohmader (RFV. Oberlemnitz). Reinhard Uhlig als Mitglied der Jury war begeistert: „Ich habe noch nie so tolle Haflinger gesehen!“ Insgesamt waren 22 Haflinger zu den Haflinger-Reitpferdeprüfungen in Moritzburg angetreten.
Wolkenbrüche am Morgen
Und traditionell zählt auch die Reitpferdeprüfung der Schweren Warmblüter zum Portfolio des Bundeschampionats in Moritzburg, in diesem Jahr erstmals getrennt ausgeschrieben nach Hengsten bzw. Stuten und Wallachen und gerichtet durch Reinhard Uhlig und Matthias Scholich. Drei Hengste traten an; ein vierjähriger und zwei Dreijährige. Die äußeren Umstände waren alles andere als ideal, denn es herrschte dauerhaft wolkenbruchartiger Starkregen am Samstagmorgen, der für etliche Irritationen sorgte und in einem Fall sogar zum Sturz führte. Dennoch gab es ein erfreulich hohes Notenniveau und die Pferde präsentierten sich allen Widrigkeiten zum Trotz besser als in manchem Vorjahr bei Sonnenschein.
Der Sieg in der Hengstklasse (8,3) ging an den dreijährigen braunen Moritzburger Landbeschäler Vesuv (v. Valenzio-Lord Brown-Elbcapitän-Geronimo, Z.: Seelitzer Freizeit GmbH) mit Amelie Müller im Sattel. Zweiter (8,2) wurde sein schimmelfarbener Boxennachbar, der letztjährige Körsieger Earl Grey (v. Eduscho-Indygo-Valerius-Enzian-Valdano, Z.: Landwirtschaftsbetrieb Georg Lichthorn, Kamenz). Den dritten Platz (7,4) belegte Karl-Heinz Finkler (Klötze) mit Cornelius (v. Claudius-Lexter, Z.: Ralph Carl), der – witterungsbedingt abgelenkt – im Schritt keinen Takt fand (4,0), für Gebäude und Galopp aber 9,0 erhielt. Cornelius war auch Teilnehmer der Fahrchampionate, belegte u. a. Platz sechs im „Kleinen Finale“ der Vier- und Fünfjährigen.
Bei den Stuten und Wallachen ging der Sieg (7,9) an Jean Frenzel (RC Kamenz) mit dem Rappen Landor (v. Lotus-Lombardino-Ellington-Eugen-Elkan, Z.: Ingrid Henke). Die Plätze zwei ((7,8) und drei (7,3) gingen jeweils an Jasmin Lamprecht (RFV. Korbußen) mit der dreijährigen Schwarzbraunen Zaluna (v. Capitano-Epilog) und dem vierjährigen Fuchs Vasco (v. Valentino-Empire). Rang vier (6,8) gab es für Marcus Ellermeier (Fahrgemeinschaft Eichenhof Heitlingen) und Vento Nero (v. Valentino-Elbgraf).