München-Riem: Herpesfall auf der Olympia-Reitanlage
Auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem ist ein Pferd positiv auf den Equinen Herpesvirus also, getestet worden. Vier weitere Pferde wurden isoliert, zudem wurden 40 andere Vierbeiner getestet – das Ergebnis soll spätestens am Freitag feststehen. Alle Tiere stehen in einem Stalltrakt, die anderen Stallbereiche, in die die Anlage aufgeteilt ist, sind nicht betroffen.„Wir haben bis jetzt keinen schlimmen Verlauf, weil alle Pferde gepimpft sind und hoffen, dass das auch so bleibt“, sagt Tierarzt Dr. Michael Zeitelhack, der als Vertreter der Veterinäre im Bayerischen Reit- und Fahrverband fungiert und seine Praxis auf der Anlage betreibt. Die Olympia-Reitanlage ist bis auf Weiteres gesperrt, sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Dies betrifft auch diverse Kaderkurse sowie den FEI-Ponymesstermin.Herpes ist ein hoch ansteckendes Virus, das bei 60 bis 80 Prozent der Pferde latent schlummert. Die Viren ziehen sich in die Nervenzellen zurück. Das Immunsystem erreicht sie nicht. Das Virus kann nicht eliminiert werden. Ein einmal erkranktes Pferd bleibt lebenslang Virusträger.Meistens wird Herpes durch Tröpfcheninfektion übertragen. Weil die klimatischen Bedingungen dafür in der nasskalten Jahreszeit am günstigsten sind, tritt Herpes in der Regel in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühjahr auf.Eine Impfung gegen Herpes wird von der StIKo, der ständigen Impfkommission der Veterinäre schon lange empfohlen. Seit dem 1. Januar 2023 muss jedes Pferd, das an einer Turnierveranstaltung gem. LPO teilnimmt, gegen EHV-1 geimpft sein. (ms)