Omaha: Jessica von Bredow-Werndl siegt zum Auftakt im Weltcup Grand Prix
Man hätte fast meinen können, dass die Pferde das Weltcup-Finale 2023 wie wir Zuschauer ebenso nicht abwarten konnten. Im Grand Prix war die imposante Halle des Omaha Health Centers der Knackpunkt. Die Mehrheit der Pferde kam mit der dortigen Atmosphäre noch nicht ganz so gut zurecht und startete etwas übermotiviert in das Turnier.
Auch die Olympiasieger Jessica von Bredow-Werndl und ihre 16-jährige Trakehner-Stute TSF Dalera BB hatten daran zu knabbern. So erklärte Jessica von Bredow-Werndl nach ihrer Prüfung: „Sie war super heiß! Sie steckt immer voll Energie, heute war es etwas zu viel.“. Aus der Übermotivation resultierten ein Rückwärtstritt in der ersten Grußaufstellung, eine (teure) Stockung im versammelten Schritt (zählt mal zwei) sowie ein hinten gleichzeitig durchgesprungener Einerwechsel. Demgegenüber standen wieder einmal überragende Piaff-Passage-Touren, tolle Trabverstärkungen und kleinste Galopppirouetten. Auch wenn die Beiden mit 79,9 Prozent knapp nicht die 80 Prozent knackten, war es ein überzeugender Sieg. Hinter den Olympiasiegern folgte Isabell Werth mit dem 13-jährigen Wallach DSP Quantaz (77,4 Prozent), wobei Isabell Werth wieder einmal ihre einzigartig starke Einwirkung in der Prüfung zelebrierte. Auch Quantaz war „an“, punktete dennoch besonders in dynamischen Trabverstärkungen, toll kreuzenden Trabtraversalen, der Piaff Passage Tour sowie einer sehr präzisen Galopptour, wobei im Galopp immer mal wieder leichte Spannung durchblitzte. Dennoch hatte Isabell Werth wahrlich keine Punkte liegen lassen. „Ich war total happy mit Quantaz’ gesamter Vorstellung, es hat besser geklappt als erwartet. Er war hier die letzten beiden Tage schon noch schwieriger und abgelenkter.“, resümierte die Dressurqueen. Die Dänin Nanna Merrald Skodborg komplettierte mit ihrem 15-jährigen Blue Hors Zepter das Podest (76,1 Prozent). Das elegante Paar war dem Spitzenduo lange Zeit dicht auf den Fersen musste dann jedoch teure Fehler in den Zweierwechseln sowie in der Einleitung zur ersten Galopppirouetten in Kauf nehmen. Hier sprang der Wallach in der Einleitung zur eigentlich guten Galopppirouette um. Ingrid Klimke und Franziskus FRH durften sich mit ebenso starken 75,5 Prozent über Platz vier freuen, wobei die beiden besonders in den sicher nach vorne gesprungenen Serienwechseln punkteten. Auch die Piaff-Passage-Tour hat sich weiter verbessert. In den Trabverstärkungen konnte das Paar nicht wie gewohnt punkten. Hier zeigte sich der 15-jährige Hengst nicht ganz ausbalanciert. Alles in allem war das für die deutschen Reiterinnen ein Auftakt nach Maß und auch Bundestrainerin Monica Theodorescu zeigte sich sichtlich zufrieden.
Im Vorhinein zählten auch die WM-Dritten, Dinja van Liere und ihr Hermes, als Favoriten für eine vordere Platzierung. Nachdem das niederländische Paar beim Vetcheck in der Holding Box gelandet war, standen sie zwar auf der Starterliste, ließen dann jedoch auf sich warten und erschienen nicht zu ihrem Start.
Daniel Deusser auf Rang drei nach 1. Springen