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von Mona-Sophie Wieland am Montag, 30.06.2025 um 09:46

Brunnthal: „Wir müssen uns etwas einfallen lassen!“

Yara Reichert und Special Diva galoppierten zum S***-Sieg.  /  © Dill

Bei strahlendem Sonnenschein und fast schon tropischen Temperaturen gingen die Oberbayerischen Meisterschaften und damit das Dressurfestival in Brunnthal zu Ende. Erneut triumphierte Lisa Müller und Turnierleiter Ulrich Rasch fasste ein starkes Fazit.

Lisa Müller auch im Turnierhöhepunkt ganz vorne

Das Dressurfestival in Brunnthal endete, wie es begonnen hatte, mit einem Sieg von Lisa Müller. Auch im Turnierhöhepunkt, einem Grand Prix Special, gab Müller den Ton an und lieferte im Sattel ihres wahrlich vielversprechenden Wallachs Gut Wettlkam’s Mondrian eine wahre Traumrunde. Enorm aktiv abfußende und gleichmäßige Piaffen und Passagen, dynamische Verstärkungen und sichere Zweierwechsel zählten unter anderem zu den Highlights der Prüfung. Insgesamt könnte der Millennium-Nachkomme seine Nase teilweise noch mehr vor bekommen. Ein kleines Aber gab es beim Spitzenergebnis von 73 Prozent auch noch: So „mopste“ Gut Wettlkam’s Mondrian Lisa Müller bei den Einerwechseln auf der Mittellinie ein paar Wechsel. Dennoch bedeutete das der verdiente und überlegene Sieg vor Jessica Neuhauser mit DSP Fonda (69,9 Prozent), die sich an diesem Wochenende noch einmal gesteigert, gar noch selbstsicherer präsentiert hatte, und Uwe Schwanz mit Zarentochter (69,7 Prozent) und Dhamani (69,5 Prozent). Ebenso stark im ersten Grand Prix Special präsentierte sich Viva Waldi unter dem Sattel von Christine Eglinski, die auf Rang fünf folgten (68,9 Prozent).

Knapper Sieg für Yara Reichert in der DERBY Stars von Morgen-Qualifikation

Auch die renommierte Serie DERBY Stars von Morgen machte in Brunnthal Halt. „Das Turnier in Brunnthal ist von Anfang an dabei. Wir fühlen uns hier jedes Jahr sehr wohl“, erläuterte Birte Armonat von DERBY Pferdefutter und fügte hinzu: „Wir sind mit dem Start der neuen DERBY Stars von Morgen-Saison im Großen und Ganzen zufrieden. Es ist sehr erfreulich, dass in diesem Jahr etliche neue Gesichter dabei sind. Hier in Brunnthal haben wir sehr guten Sport gesehen. Natürlich hätten wir uns über ein paar mehr Teilnehmer gefreut“. In der Qualifikation für das Halbfinale DERBY Stars von Morgen zeigte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Siegerin der Einlaufprüfung, der baden-württembergischen U25-Reiterin Ann-Cathrin Rieg mit ihrem Ponyhengst Steendieks Derrick, und Yara Reichert mit ihrer bewegungsstarken Special Diva. Letztere hatte am Finaltag mit glatt 70 Prozent die Nase schlussendlich vorn. Es war der erste S***-Sieg für die vielversprechende Sezuan-Tochter, wobei die zehnjährige Stute schon jetzt mit guten Piaffen und Passagen zu überzeugen weiß. Teilweise fehlt noch die letzte Ruhe, was auch in den Einerwechseln zu Fehlern führte. Ann-Cathrin Rieg folgte mit Steendieks Derrick (69,7 Prozent) auf Rang zwei vor Geertje Hesse-Wadenspanner mit Zansibar (66,3 Prozent) und Renate Gohr-Bimmel mit Dance with the devil (65,5 Prozent). Alle vier Damen qualifizierten sich damit für das Halbfinale DERBY Stars von Morgen.

Ein Blick in die Zukunft

Ulrich Rasch betrachtet die zurückgehenden Starterzahlen kritisch.  /  © Dill

Am Ende des Dressurfestivals in Brunnthal blickte man beim Team um Turnierleiter Ulrich Rasch in zufrieden Gesichter: „Wir sind sehr zufrieden. Es waren tolle Turniertage. Zwar hatten wir wirkliche Wetterextreme, dennoch konnten wir gute Bedingungen stellen“, erläutert Ulrich Rasch und fügt hinzu: „Die Organisation eines Turniers ist Jahr um Jahr eine echte Herausforderung. Zum einen natürlich auf Seiten der Helfer, zum anderen auf Seiten der Sponsoren. Bei den Helfern sind uns kurzfristig ein paar Leute weggebrochen. Ich bin sehr dankbar für die Helfer, die jeden Tag aufs Neue von früh bis spät alles gegeben haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit!“ Ein paar Sorgenfalten, nicht nur bei Ulrich Rasch, erzeugten die zurückgehenden Starterfelder. „Ich finde es nicht besorgniserregend, wenn es mal ein Jahr gibt, in welchem die Starterfelder kleiner sind. Das kann aufgrund von beispielsweise verletzten Pferden immer mal passieren. Doch mittlerweile ist insgesamt ein Rückwärtstrend erkennbar. Das ist nicht nur bei unserem Turnier der Fall. Hier müssen wir uns etwas einfallen lassen. Ich finde in diesem Zusammenhang die richtige Ausbildung von besonders der Nachwuchsreiter sehr wichtig. Gleichzeitig zu den zurückgehenden Starterfeldern zeigt sich immer häufiger, dass die Jugendlichen den gestellten Aufgaben nicht gewachsen sind. Früher konnten die (unveränderten) Aufgaben sehr viel mehr Nachwuchsreiter problemlos meistern. Wir müssen uns hier etwas einfallen lassen! Es muss ausgebildet werden. Wir werden uns mit der Jugendleitung zusammensetzen und überlegen, an welchen Stellschrauben wir drehen können. Wir können ein paar Jahre weniger Teilnehmer verkraften, gleichzeitig müssen wir aber schauen, dass es weitergeht und Leute (gut ausgebildet) nachkommen“. Ein starker Blick in die Zukunft, wobei Ulrich Rasch trotz allem optimistisch bleibt. Das Dressurfestival in Brunnthal soll auch im nächsten Jahr in gewohnter Art und Weise stattfinden!

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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