CHIO Aachen: Jessica Neuhauser macht ihre Premiere perfekt
Ein mit sportlichen Highlights vollgepackter Samstag erwartete die Reiter, Fahrer und Zuschauer beim CHIO Aachen. Am Vormittag absolvierten die Vielseitigkeitsreiter und Fahrer ihre Geländestrecken, im Springstadion ging es heiß her und in der Dressur stellte die 4*-Kür den sportlichen Höhepunkt. In dieser gelang Jessica Neuhauser eine phänomenale Platzierung.
Ein herausfordernder Marathon warte auf die Vierspänner Fahrer auf der Strecke durch die Aachener Soers. Acht Hindernisse galt es möglichst fehlerfrei und schnell zu absolvieren. Weiter auf seiner Siegeswelle fuhr Boyd Exell auch mit einem überragenden Marathon ins Ziel. Mit seinem Erfolgs Gespann konnte der Australier in jedem Hindernis die Bestzeit aufstellen und hatte mit einer klaren Gesamtzeit von 7:37 Sekunden aus allen Hindernissen den Sieg sicher. Weitere Action mit Spannung gab es auch auf der Geländestrecke bei den Vielseitigkeitsreitern zu bestaunen. 32 Reiter-Pferd-Paare schafften es die Strecke ohne Hindernisfehler zu absolvieren. Bei dem Kampf um die vorderen Plätze kam es also umso mehr auf das Tempo an. Mit 0,40 Zehnfehlern konnte die Neuseeländerin Monica Spencer auf ihrem Englischen Vollblüter Artist ins Ziel galoppieren. Mit dieser Zeit hatten die beiden den Sieg im Cross Country erritten und dazu beigetragen, dass die Mannschaft aus Neuseeland sich über den Gesamtsieg freuen durfte. Ihr Mannschaftskollege Tim Prince konnte mit Vitali nach Platz vier im Gelände den Gesamtsieg feiern.
Im Springstadion entschied sich zunächst der Allianz Preis, ein 5*-Springen mit Siegerrunde. Dieses konnte die Französin Nina Mallevaey mit My Clementine gewinnen. Der beste deutsche Reiter war Rene Dittmer, welcher mit Cody zum vierten Platz ritt. Bei Jörne Sprehe und Toys fielen bereits in der ersten Runde einige Stangen, weswegen für sie keine Platzierung mehr in Aussicht gewesen ist. Das anschließende Finale des Youngster Cups konnte nach einem couragierten Ritt im Stechen die US-Amerikanerin Lillie Keenan gewinnen. Ihr Fuchshengst Chagrin d’Amour zeigte nicht nur Mut sondern Kämpfergeist und flog 20 Millisekunden schneller als der zweitplatzierte Maddox VH Haringvliet mit Ben Maher über die Ziellinie. Nicht ganz so schnell war der beste deutsche Reiter dieser Prüfung unterwegs. Deswegen reichte es für Jens Baackmann und Ay Caramba Z schlussendlich für den sechsten Platz.
Im Dressurstadion wartete bereits am Vormittag eine Überraschung. Wahrlich mit einem Boom zeigten Justin Verboomen und der Hannoveraner Hengst Zonik Plus eine beeindruckende Vorstellung. Für den erst neunjährigen Hengst ist es die erste internationale Grand Prix Saison. Und für seinen Reiter etwas ganz besonderes, da Verboomen den Rappen selbst ausgebildet hat. Von der Aachener Athmosphäre beflügelt tanzten sie beeindruckend durchs Viereck und wurden vom Richtergremium mit 80,74 Prozent belohnt. Selbst Wendy de Fontaine und Isabell Werth konnten dieses Ergebnis nicht mehr schlagen, denn durch Fehler in den Einer Wechseln reichte es heute zwar zu einem neuen Personal Best mit 80,10 Prozent, jedoch nicht zur Führung. Anschließend entschied sich in einer Intermediaire I die zweite Wertung der 1*-Tour. In dieser siegte Dinja Van Liere (Niederlande) mit KWPN Hengst Mauro Turfhorst. Mit 75,29 Prozent hatte sie knapp zwei Punkte Vorsprung zum zweitplatzierten Frederic Wandres. Dieser konnte mit Quizmaster erneut eine schöne Vorstellung zeigen, wenn auch diese nicht ganz zum Sieg reichte. Für Life Time FRH und Charlott-Maria Schürmann gab es den dritten Platz (73,64 Prozent).
Und dann folgte unter Flutlicht die Kür der CDI4*-Tour. In dieser gelang Jessica Neuhauser ein beeindruckender Erfolg. Mit einer anspruchsvollen und atmosphärischen Kür tanzte Rockson mit ihr zu 76,34 Prozent. Mit diesem Ergebnis landen sie auf einem phänomenalen vierten Platz in der Kür und nehmen von ihrem ersten CHIO Aachen Start direkt eine Schleife mit nach Hause. Bereits im Grand Prix am Mittwoch mussten sie sich nicht verstecken, denn bei starker Konkurrenz konnten sie in ihrem allerersten Start im Dressurstadion der Aachener Soers 68,06 Prozent erreiten und auf dem 16. Platz rangieren. Doch die Kür am heutigen Abend hat der CHIO Aachen Premiere definitiv ein Sahnehäubchen aufgesetzt. Zum Sieg reiten konnte Semmieke Rothenberger mit ihre Farrington. Mit einem deutlichen Gewinner-Ergebnis von 79,98 Prozent. Platz zwei ging an den Spanier Borja Carrascosa mit Sir Hubert NRW (77,89 Prozent). Fabienne Müller-Lütkemeier folgte knapp dahinter mit Valencia AS.