Münster: Podestplatz und eine besondere Auszeichnung fürs Ländle
Sonntag, beim Agravis Cup in Münster nicht nur Finaltag. Nein, es stand auch ein großes Finale an. Das Finale der beliebten und mittlerweile deutschlandweit renommierten Serie DERBY Stars von Morgen. Schlussendlich zeigte sich ein Favoritensieg.
Ein Favoritensieg
Finalzeit: Die DERBY Stars von Morgen-Saison fand an diesem Wochenende im Rahmen des Agravis Cup in Münster ihren Abschluss. Die Serie DERBY Stars von Morgen ist in Bayern entstanden und hat sich mittlerweile schon längst bundesweit etabliert. Dabei bietet die Serie für junge Grand-Prix-Pferde sowie U25-Reiter eine besondere Plattform. Die Finalteilnehmer stellen sich aus dem Halbfinale Nord und Süd zusammen, wobei es aus der Einlaufprüfung nur für die Teilnehmer der ersten Hälfte ins große Finale ging. Für den Rest stand die Trostprüfung an. Doch kommen wir zur Finalprüfung, einem Kurz-Grand-Prix. Leonie Richter und Lord Europe wurden hier ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht. Die beiden hatten schon das Halbfinale Nord für sich entschieden. Kurz darauf wurden sie im Louisdor-Preis-Finale in Frankfurt vom Fehlerteufel begleitet. Nur wenige Wochen später zeigte sich der neunjährige Hengst viel selbstsicherer und schnappte sich in Münster zwei überlegene Siege. Im Finale zählten ohne Zweifel die schnurgeraden und toll ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel, die kleinsten Galopppirouetten und die super federnden Passagen zu den Highlights der Prüfung. Die Piaffen müssten sich mit mehr Kraft und Routine aus dem Hinterbein noch aktiver abfußend präsentieren. „Ein riesiges Kompliment an Leonie. Sie hat ihn heute meiner Meinung nach im optimalen Bereich präsentiert und hatte auch sein Macho-Gehabe gut im Griff“, lobte Kommentator Christoph Hess und Leonie Richter fügte hinzu: „Lord Europe weiß, wie toll er ist. Ich bin unheimlich dankbar, solch ein tolles Pferd reiten zu dürfen.“ Für die beiden war es mit 76,6 Prozent ein überlegener und verdienter Sieg im DERBY Stars von Morgen-Finale. Dahinter folgte die Zweitplatzierte der Einlaufprüfung, Helen Langehanenberg mit DSP Danny Cool. Dieses Paar punktete sich im Finale zu 73,4 Prozent. Sie überzeugten mit viel Selbstsicherheit, wobei die Highlights in der Schritttour, den Galopppirouetten und Serienwechseln lagen. In der Piaff -Passage -Tour könnte der zehnjährige Wallach noch aktiver aus der Hinterhand abfußen. In den Piaffen stand DSP Danny Cool heute nicht immer ganz optimal vor den treibenden Hilfen. Eine kleine Sensation für Süddeutschland oder auch der verdiente Lohn für die Ausbildungsarbeit der Nordbadenerin zeigte sich auf Rang drei. Anna-Louisa Fuchs punktete sich im Sattel von Duvetico und einer sehr harmonischen Runde mit Highlights in den schnurgeraden Serienwechseln, den gut auf der Stelle platzierten und den aktiv abfußenden Piaffen zu 71,9 Prozent. „Hier haben wir eine Runde gesehen, die für die klassische Reitweise steht. Ganz gefühlvoll, rhythmisch und immer in schöner Selbsthaltung – so hat sich ein unheimlich harmonischer Eindruck gebildet“, erläuterte Christoph Hess. Auch Anna-Louisa Fuchs zeigte sich mehr als zufrieden: „Ich bin fast etwas sprachlos. Er hat mich hier total überrascht, aber er hat sich toll reiten lassen. Ich freue mich sehr, solch ein tolles Pferd reiten zu dürfen!“ Julia de Ridder und Birkhof’s Diamantinos folgten mit 71,67 Prozent auf Rang vier vor der Jüngsten im Finale, Ann-Cathrin Rieg. Denn die beste U25-Reiterin stammt auch aus Süddeutschland. Gleich als erste Starterin legte sie im Sattel ihres sympathischen Ponyhengstes Steendieks Derrick im Vergleich zur Einlaufprüfung eine gewaltige Schippe oben drauf und legte mit 71,60 Prozent eine erste Messlatte. Highlights bildeten die gleichmäßigen und aktiv abfußenden Piaffen und Passagen, aber auch in den Galopppirouetten wussten die beiden zu überzeugen. Teuer wurde es in den Zweierwechseln, die nicht fehlerfrei gelangen. „Ein Deutsches Reitpony, was wunderbar vorgestellt wurde“, resümierte Christoph Hess. Ann-Cathrin Rieg: „Derrick hat eine Ausnahmequalität. In der Piaff-Passage-Tour ist es ein Gefühl, was einem Gummiball gleicht. Wir hatten hier etwas mit der Atmosphäre zu kämpfen. Das hat das Partypony etwas aus dem Konzept gebracht. Mit dem Ergebnis hätte ich absolut nicht gerechnet“, resümierte Rieg.
Die Trostprüfung wurde von Lucie-Anouk Baumgürtel mit ZINQ First Vienna FH FRH (71,3 Prozent) vor Sophia Gerlach mit Amaru (68,7 Prozent) und Anna-Louisa Fuchs mit Floribelle (68,7 Prozent) angeführt.